Rechtsgrundlage:

Bestimmte Personenkreise sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Mit § 6 Abs. 3a SGB V hat der Gesetzgeber zum 01.07.2000 eine Regelung geschaffen, die Versicherten, die bislang privat krankenversichert waren, die Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung erschwert bzw. unmöglich macht.

Hintergrund:

Viele Bürger, die in jungen Jahren nicht der Krankenversicherungspflicht unterliegen, wählen eine private Krankenversicherung. Zumeist handelt es sich hier um den Personenkreis der Selbstständigen und gutverdienende Angestellten. Sie sind von den günstigen Beiträgen und einem eventuell umfangreicheren Leistungsangebot überzeugt, weshalb sie der gesetzlichen Krankenversicherung den Rücken kehren. Im Alter sind die steigenden Beiträge der privaten Krankenversicherung ein Grund dafür, dass viele den Weg in die gesetzliche Krankenversicherung suchen. Viele befürchten, dass sie in Zukunft die Beiträge für die private Krankenversicherung gar nicht mehr aufbringen können.

Reaktion des Gesetzgebers:

Der Gesetzgeber hat reagiert und die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung erschwert bzw. unmöglich gemacht. Versicherte, die einen großen Teil ihres Lebens keine Beiträge in die Gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt haben, sollen im Alter auch nicht den vollumfänglichen Versicherungsschutz genießen können. Während die private Krankenversicherung nämlich die Beiträge nach dem Risiko (das im Alter am höchsten ist) bemisst, werden die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung nach der Höhe des Einkommens bemessen.

Beratung:

Alle, die eine Rückkehr bzw. einen erstmaligen Zugang in die Gesetzliche Krankenversicherung in Erwägung ziehen, sollten dies vor Vollendung des 55. Lebensjahres vollziehen. Wurde das 55. Lebensjahr bereits vollendet, ergeben sich dank des EU-Rechts weitere Möglichkeiten. Es sollten auf keinen Fall irgendwelche Tricks angewandt werden, um in der Gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Ansonsten wird ein eventueller nachträglicher Ausschluss riskiert, der dann hohe finanzielle Aufwendungen zur Folge haben kann.

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